Wie viel eine Putzfrau in der Schweiz verdient, hängt stark davon ab, wo sie arbeitet. Genau das ist der wichtigste Punkt. Denn in der Schweiz macht es einen großen Unterschied, ob jemand in einem privaten Haushalt putzt oder bei einer Reinigungsfirma angestellt ist. Dazu kommen Unterschiede nach Kanton, Qualifikation, Erfahrung und Pensum.
Darum findest du online oft sehr verschiedene Zahlen. Manche Angaben meinen den gesetzlichen Mindestlohn im Privathaushalt, andere den Lohn in einer Reinigungsfirma, wieder andere nennen bereits Werte mit Zuschlägen oder 13. Monatslohn. Wer die Frage sauber beantworten will, muss diese Fälle zuerst voneinander trennen.
Warum es keinen einheitlichen Lohn gibt
Eine Putzfrau in der Schweiz hat keinen einzigen landesweit fixen Lohn. Es gelten je nach Einsatzbereich unterschiedliche Regeln. Deshalb sollte man nie nur eine einzelne Zahl übernehmen.
Privathaushalt und Reinigungsfirma sind nicht dasselbe
Wer direkt in einem privaten Haushalt arbeitet, fällt rechtlich in eine andere Kategorie als eine Reinigungskraft in einer Reinigungsfirma. Im Privathaushalt gelten vor allem die Regeln für Hausangestellte. In einer Reinigungsfirma kommen oft Gesamtarbeitsverträge, kantonale Mindestlöhne oder betriebliche Lohnsysteme dazu.
Was das für die Lohnfrage bedeutet
Wenn jemand fragt, was eine Putzfrau in der Schweiz verdient, muss zuerst klar sein, ob es um private Hausreinigung oder um gewerbliche Reinigung geht. Ohne diese Unterscheidung ist fast jede Zahl zu ungenau.
Auch der Arbeitsort macht einen Unterschied
Außerhalb von Genf gilt in privaten Haushalten der bundesrechtliche NAV Hauswirtschaft. In Genf gibt es dagegen ein eigenes kantonales Regime für Hauspersonal. Darum kann dieselbe Tätigkeit je nach Wohnort des Arbeitgebers oder Arbeitsort unterschiedlich bezahlt werden.
Genf ist ein Sonderfall
Gerade in Genf sollte man nicht einfach die Bundeswerte übernehmen. Dort gelten für Hauspersonal eigene kantonale Vorgaben. Zusätzlich gibt es den allgemeinen kantonalen Mindestlohn. In der Praxis muss deshalb immer geprüft werden, welche Regel für den konkreten Job tatsächlich gilt.
Qualifikation und Erfahrung zählen deutlich
Nicht jede Reinigungskraft wird gleich eingestuft. Im privaten Haushalt unterscheidet das Schweizer Recht zwischen ungelernt, ungelernt mit mindestens vier Jahren Berufserfahrung in der Hauswirtschaft sowie gelernt mit beruflicher Grundbildung. Auch in der gewerblichen Reinigung gibt es verschiedene Stufen.
Darum kann der Lohn spürbar steigen
Wer mehr Erfahrung hat oder eine passende Ausbildung mitbringt, liegt meist deutlich über dem einfachsten Mindestansatz. Gerade zwischen ungelernt und gelernt kann der Unterschied pro Stunde und pro Monat klar sichtbar sein.
Stundenlohn und Monatslohn werden oft verwechselt
Viele vergleichen einen Stundenlohn direkt mit einem Monatslohn. Das führt schnell zu falschen Eindrücken. Dazu kommt, dass in manchen Regeln Ferien- und Feiertagszuschläge noch dazukommen und in anderen Fällen ein 13. Monatslohn mitgedacht wird. Auch deshalb wirken Online Angaben oft widersprüchlich.
Was eine Putzfrau typischerweise verdient
Wenn man die verschiedenen Bereiche sauber trennt, lässt sich die Frage deutlich besser beantworten. Für die Schweiz sind vor allem zwei Fälle besonders wichtig: private Haushalte und Reinigungsfirmen.
Im privaten Haushalt gelten klare Mindestlöhne
Außerhalb von Genf liegt der gesetzliche Mindestlohn für Hausangestellte im Privathaushalt seit 1. Januar 2026 bei 20.35 Franken pro Stunde für Ungelernte. Ungelernte mit mindestens vier Jahren Berufserfahrung in der Hauswirtschaft müssen mindestens 22.30 Franken pro Stunde erhalten. Gelernte mit EFZ oder passender dreijähriger Grundbildung liegen bei 24.55 Franken pro Stunde. Bei 40 Stunden pro Woche ergeben sich daraus Bruttomonatslöhne von 3527.35 Franken, 3865.35 Franken und 4255.35 Franken.
Wichtig bei der Einordnung dieser Zahlen
Diese Mindestlöhne sind Bruttolöhne. Außerdem sind die Stundenansätze im Privathaushalt ohne Ferien- und Feiertagszuschläge zu verstehen. Wer im Stundenlohn arbeitet, kann deshalb am Ende auf einen höheren effektiven Stundenansatz kommen als auf den ersten Blick sichtbar ist.
Bei Reinigungsfirmen liegen die Löhne oft in anderen Bereichen
In der Deutschschweiz gelten für viele Reinigungsfirmen Mindestlöhne nach dem GAV Reinigung. Dort startet die Unterhaltsreinigung I bei 21.40 Franken pro Stunde, die Unterhaltsreinigung II bei 22.90 Franken. In der Spezialreinigung liegen die Ansätze bei 23.40 und 24.90 Franken pro Stunde. In der Spitalreinigung starten die Mindestlöhne bei 21.85 Franken pro Stunde. Mit EBA sind 4200 Franken pro Monat beziehungsweise 23.10 Franken pro Stunde vorgesehen, mit EFZ 4700 Franken pro Monat beziehungsweise 25.80 Franken pro Stunde.
Warum Firmenlöhne oft anders wirken als Haushaltslöhne
In Reinigungsfirmen kommen oft weitere Elemente dazu, etwa 13. Monatslohn, Zuschläge oder eine andere Lohnlogik nach Einsatzart. Deshalb ist ein Firmenlohn nicht direkt mit dem Mindestansatz in einem Privathaushalt gleichzusetzen.
Was am Ende wirklich auf dem Konto ankommt
Der veröffentlichte Lohn ist fast immer ein Bruttolohn. Davon gehen noch Sozialabzüge weg. Je nach Anstellung können zusätzlich Quellensteuer, Unfallversicherung oder weitere Abzüge eine Rolle spielen. Wer wissen will, was netto übrig bleibt, muss deshalb immer den konkreten Vertrag und die Lohnabrechnung anschauen.
Fazit zum Lohn einer Putzfrau in der Schweiz
Eine Putzfrau in der Schweiz verdient nicht überall gleich viel. Im privaten Haushalt liegen die gesetzlichen Mindestlöhne außerhalb von Genf aktuell grob zwischen 20.35 und 24.55 Franken pro Stunde, je nach Erfahrung und Ausbildung. Bei Reinigungsfirmen sind je nach Einsatzbereich auch höhere Ansätze möglich. Entscheidend sind immer der Arbeitsort, die Art des Arbeitgebers, die Qualifikation und die Frage, ob Stundenlohn, Monatslohn oder Zuschläge gemeint sind.
FAQ
Wie viel verdient eine Putzfrau in der Schweiz pro Stunde?
Das hängt vom Einsatzbereich ab. Im privaten Haushalt außerhalb von Genf beginnt der gesetzliche Mindestlohn 2026 bei 20.35 Franken pro Stunde für Ungelernte. Mit Erfahrung oder Ausbildung steigt der Ansatz auf 22.30 oder 24.55 Franken pro Stunde. In Reinigungsfirmen können je nach Bereich ebenfalls andere Mindestlöhne gelten.
Ist das brutto oder netto?
Diese Löhne sind grundsätzlich Bruttolöhne. Davon gehen noch Sozialabzüge und je nach Situation weitere Abzüge weg.
Wie viel verdient eine Putzfrau im Monat in der Schweiz?
Bei 40 Stunden pro Woche ergeben sich im privaten Haushalt außerhalb von Genf je nach Einstufung Bruttomonatslöhne von 3527.35 Franken, 3865.35 Franken oder 4255.35 Franken. In Reinigungsfirmen kann der Monatslohn anders ausfallen, weil dort andere Lohnsysteme und Zuschläge gelten.
Warum finde ich online so unterschiedliche Zahlen?
Weil oft private Haushalte, Reinigungsfirmen, Stundenlöhne, Monatslöhne und Löhne mit oder ohne Zuschläge durcheinandergeraten. Dazu kommen kantonale Unterschiede, besonders in Genf.
Verdient eine Putzfrau in Genf mehr?
Genf ist ein Sonderfall. Für Hauspersonal gelten dort eigene kantonale Regeln. Deshalb sollte man für Genf nicht einfach die Bundeswerte für private Haushalte übernehmen, sondern immer die dort gültigen branchenspezifischen Vorgaben prüfen.
Gilt der gleiche Lohn auch für gelegentliche Reinigung?
Nicht immer in gleicher Form. Gerade im Privathaushalt kommt es darauf an, ob die Voraussetzungen des anwendbaren Regelwerks erfüllt sind. In Genf gelten die kantonalen Regeln auch bei gelegentlicher Beschäftigung besonders streng.
Was erhöht den Lohn einer Reinigungskraft in der Schweiz?
Mehr Berufserfahrung, eine passende Ausbildung, ein Einsatz in einer Reinigungsfirma statt im Privathaushalt, spezielle Reinigungsarten wie Spital oder Spezialreinigung sowie Zuschläge für Ferien, Feiertage, Nacht oder Sonntag können den Lohn spürbar erhöhen.














