Der erste Arbeitstag: Vorbereitung, Kleidung und Verhalten im neuen Team

Eine Person in Business-Casual-Kleidung steht mit Notizbuch am Eingang eines Büros und bereitet sich auf den ersten Arbeitstag im neuen Team vor.
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Der erste Arbeitstag ist aufregend – und das ist völlig normal. Neue Gesichter, unbekannte Abläufe, unausgesprochene Regeln: Wer gut vorbereitet startet, kann sich von Anfang an auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich ankommen, beobachten und einen guten ersten Eindruck hinterlassen.

In der Schweiz legen viele Arbeitgeber grossen Wert auf Pünktlichkeit, Zurückhaltung und professionelles Auftreten – gerade in der Anfangsphase. Gleichzeitig unterscheiden sich Unternehmenskulturen stark: Ein Start-up in Zürich funktioniert anders als eine Kantonalverwaltung in Bern oder ein KMU im Mittelland. Diese Checkliste hilft Ihnen, sich auf den ersten Tag vorzubereiten – unabhängig vom Branchenumfeld.

Was sollten Sie vor dem ersten Arbeitstag erledigen?

Die Vorbereitung beginnt nicht am Montagmorgen, sondern einige Tage früher. Wer bestimmte Dinge vorab klärt, startet deutlich entspannter.

  • Klären Sie Ansprechpersonen: Wer empfängt Sie? An wen wenden Sie sich bei Fragen?
  • Fragen Sie nach dem genauen Eintrittszeitpunkt und dem Ort – manchmal gibt es einen separaten Eingang oder eine Empfangsperson.
  • Prüfen Sie, ob Sie Dokumente mitbringen müssen, etwa Ausweiskopie, Kontoverbindung, Krankenkassenausweis oder Quellensteuerformular.
  • Informieren Sie sich über Parkplätze, ÖV-Anbindung oder Veloabstellmöglichkeiten.
  • Machen Sie die Route einmal probehalber – Verspätungen am ersten Tag hinterlassen einen schlechten Eindruck.
  • Legen Sie Ihre Kleidung am Vorabend bereit.
  • Planen Sie ausreichend Schlaf ein und sorgen Sie für ein ruhiges Abendprogramm.

Was ziehe ich am ersten Tag an?

Die Wahl der Kleidung hängt stark von der Branche und dem Unternehmen ab. Wenn Sie sich unsicher sind, gilt die Faustregel: lieber eine Spur formeller als zu lässig. Im Zweifel fragen Sie im Bewerbungsprozess oder beim Onboarding-Gespräch nach dem üblichen Dresscode.

Büro und Verwaltung

Business-Casual ist in vielen Schweizer Unternehmen Standard: ordentliche Hose oder Rock, gepflegtes Hemd oder Bluse, saubere Schuhe. Ein Anzug oder Kostüm ist je nach Umfeld möglicherweise zu förmlich, aber nie falsch.

Handwerk, Industrie, Technik

Hier wird Ihnen oft Arbeitskleidung gestellt oder ein Dresscode kommuniziert. Kommen Sie trotzdem gepflegt – stabile Schuhe, robuste aber saubere Kleidung, nichts, was Sie als unvorsichtig oder unvorbereitet erscheinen lässt.

Start-ups und kreative Branchen

Auch hier gilt: Gepflegtheit geht vor. Jeans und Sneakers können absolut angemessen sein – aber schauen Sie, was Mitarbeitende beim Vorstellungsgespräch getragen haben, das ist ein guter Orientierungswert.

  • Vermeiden Sie stark parfümierte Produkte – gerade in Grossraumbüros.
  • Wählen Sie bequeme Schuhe, denn häufig gibt es Führungen durchs Gebäude.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Kleidung sauber, gebügelt und nicht beschädigt ist.

Wie verhalten Sie sich im neuen Team?

Verhalten am ersten Tag prägt die ersten Wochen. Es geht nicht darum, sich zu verstellen, sondern darum, aufmerksam, respektvoll und offen aufzutreten.

Zuhören vor dem Mitreden

Am ersten Tag ist Zurückhaltung eine Stärke. Beobachten Sie, wie Kolleginnen und Kollegen miteinander kommunizieren, wer welche Rolle einnimmt und welche unausgesprochenen Regeln es gibt. Wer sofort alles besser wissen will, verliert schnell an Sympathie.

Namen merken und verwenden

Sprechen Sie neue Kolleginnen und Kollegen mit ihrem Namen an – das wirkt aufmerksam und respektvoll. Wenn Sie sich Namen schlecht merken können, schreiben Sie sie direkt nach der Vorstellungsrunde diskret auf.

Fragen stellen – aber gezielt

Fragen zeigen Interesse und Lernbereitschaft. Stellen Sie Fragen dann, wenn es passt, und fassen Sie mehrere wenn möglich zusammen, um Ihre Kolleginnen und Kollegen nicht zu unterbrechen. Niemand erwartet, dass Sie am ersten Tag alles verstehen.

Mittagessen und Pausen

Lehnen Sie eine Einladung zum gemeinsamen Mittagessen nicht ab – auch wenn Sie eigentlich lieber allein essen. Der erste Tag ist eine soziale Situation, und gemeinsame Mahlzeiten sind in vielen Schweizer Betrieben ein wichtiger Teil der Teamkultur.

Welche Fehler sollten Sie am ersten Tag vermeiden?

  • Zu spät kommen – lieber zehn Minuten früher da sein.
  • Das Handy während Gesprächen oder Besprechungen sichtbar auf dem Tisch liegen lassen.
  • Sofort Kritik an bestehenden Prozessen äussern.
  • Über frühere Arbeitgeber negativ sprechen.
  • Kollegen mit persönlichen Fragen überhäufen.
  • Vorzeitig gehen – auch wenn der Tag früher ruhig wird, bleiben Sie bis zum vereinbarten Ende.
  • Soziale Medien am Arbeitsplatz nutzen, bevor Sie wissen, ob das üblich oder erlaubt ist.

Was nehmen Sie am besten mit?

  • Notizbuch und Stift – Notizen mit der Hand zeigen Ernsthaftigkeit und helfen beim Merken.
  • Relevante Dokumente, die vorab angefordert wurden.
  • Ein kleines Mittagessen oder ausreichend Bargeld, falls die Kantine keine Karte akzeptiert.
  • Kopfhörer nur dann, wenn Sie wissen, dass diese in der Unternehmenskultur selbstverständlich sind.
  • Genug Geduld – der erste Tag ist selten perfekt strukturiert.

Wie gehen Sie mit Nervosität um?

Nervosität vor dem ersten Arbeitstag ist weit verbreitet und kein Zeichen von Schwäche. Viele neue Mitarbeitende berichten, dass die Anspannung nach den ersten Stunden deutlich nachlässt, sobald das Umfeld konkreter wird.

Hilfreich ist es, den Abend davor bewusst zu gestalten: keine berufliche Recherche mehr, etwas Angenehmes unternehmen, früh ins Bett. Am Morgen selbst sollten Sie ausreichend Zeit für das Frühstück einplanen und die Route entspannt angehen.

Denken Sie daran: Ihr neuer Arbeitgeber hat Sie bewusst ausgewählt. Der erste Tag dient dazu, Sie kennenzulernen – nicht dazu, Sie zu beurteilen wie in einem zweiten Vorstellungsgespräch.

Häufige Fragen zum Thema

Wie früh sollte ich am ersten Arbeitstag ankommen?

Planen Sie so, dass Sie etwa fünf bis zehn Minuten vor dem vereinbarten Zeitpunkt vor Ort sind. Deutlich früher ist nicht nötig und kann unter Umständen unpraktisch sein, wenn die Empfangsperson noch nicht bereit ist. Wer weiss, dass er oder sie zur Pünktlichkeit neigt, kann in der Nähe warten.

Was tun, wenn ich am ersten Tag Fehler mache?

Fehler am ersten Tag sind normal und werden von den meisten Arbeitgebern erwartet. Wichtig ist, dass Sie ehrlich reagieren, kurz erklären, was passiert ist, und zeigen, dass Sie daraus lernen. Vertuschungsversuche oder Ausreden hinterlassen einen weit schlechteren Eindruck als der Fehler selbst.

Darf ich am ersten Tag nach dem Gehalt fragen?

Das Gehalt wurde in der Regel bereits im Vertrag geregelt. Wenn offene Fragen bestehen, etwa zur Auszahlung oder zu Spesen, ist das erste HR-Gespräch der richtige Moment – nicht das informelle Kennenlernen mit Kolleginnen und Kollegen.

Was, wenn mir die Unternehmenskultur am ersten Tag nicht zusagt?

Ein erster Tag gibt selten ein vollständiges Bild. Viele Aspekte einer Unternehmenskultur erschliessen sich erst nach einigen Wochen. Beobachten Sie aufmerksam, machen Sie sich Notizen und bewerten Sie die Situation nach dem ersten Monat erneut. Vorschnelle Entscheidungen sind selten hilfreich.

Sollte ich Kolleginnen und Kollegen am ersten Tag mit Du oder Sie ansprechen?

In der Schweiz ist das je nach Branche und Unternehmen sehr unterschiedlich. Im Zweifel beginnen Sie mit der Sie-Form – die meisten Kolleginnen und Kollegen werden selbst das Du anbieten, wenn es in der Unternehmenskultur üblich ist. So machen Sie nichts falsch.

Was, wenn ich am ersten Tag gar nichts zu tun bekomme?

Das kommt häufiger vor, als man denkt. Nutzen Sie die Zeit sinnvoll: Lesen Sie interne Unterlagen, stellen Sie Fragen zu laufenden Projekten oder machen Sie sich mit Tools und Systemen vertraut. Zeigen Sie Eigeninitiative, ohne dabei andere zu stören oder zu überfordern.

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